Manchmal reicht’s. Genug aber ist es nie.

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Manchmal reicht’s dir dann doch. Zum Beispiel, wenn die verrückte alte Frau, die dich eben noch beim Einsteigen in die U-Bahn angeschrien hat, sich drin neben dich stellt, zu grunzen anfängt und du dann zusehen musst, wie sich eine Lache um ihre Füße bildet. Neben dir schreit ein kleiner Türke „Scheiße, Alte verpiss disch“. Und du grinst ein wenig, weil sie das doch eben getan hat. Aber leid tut sie dir. Und nerven tut sie dich. Und ein wenig passt du auch auf, dass du nicht in ihrer Pisse stehst.

Dein Neurologe hat dir heute erzählt, was bei dir nicht stimmt. Und das ist so ziemlich alles. Aber schlimm ist es auch nicht, weil du bist ja in bester Gesellschaft. Der hatte das. Und der. Und dem ging es Zeit seines Lebens nicht gut und schauen Sie, was der geschafft hat. Und du nickst und bedankst dich. Und du freust dich, dass du jetzt erstmal ein Medikament weglassen darfst. Das, welches dich immer so bräsig machte. Den Kopf so langsam. Du erinnerst dich, wie oft sie trotzdem zu dir sagten, dir kommt man ja nicht nach, du bist immer schon weiter. Dabei warst du eigentlich immer nur schon am Ende.

Die verrückte Alte steigt aus und du atmest auf und ein. Und dann fährst du weiter und der kleine Türke hat einen noch kleineren Bruder, dem er voll eine über die Rübe zieht. Warum weißt du nicht. Und eigentlich ist dir das auch egal.

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