Wandlitz – ich werde rehabilitiert.

Pillen

Es waren wohl nicht nur die Streptokokken. Ich hatte einen Herzinfarkt – der ist zwei Wochen her und ich lebe noch. Am Montag nehmen sie mich in die Mangel. Rehabilitationsklinik nennen sie es. Ich kenne das. Ich habe schon Filme gesehen über so etwas. Nach außen eine saubere Fassade und drinnen warten die Ghouls auf mich. Die strenge Physiotherapeutin, der kichernde Sporttherapeut, die kuhäugige Ökotrophologin, der Typ, der immer nur stiert, der Mann mit den gelben Fingern und zwei Packen Zigaretten im Bademantel.

Und ich immer noch so geschwächt, dass ich schnaufend aus dem Bad komme. Dabei war ich nur im Bad. Ich meine, nur drin im Bad, ohne dort etwas zu tun. Ich habe vergessen, was ich dort wollte.

Ähnlich wird es wohl auf Reha sein. Ich steh im Wald in Wandlitz, eine Bache schnüffelt an meiner Hand und ich weiß nicht, was ich hier wollte. Hinter mir kichert der Sporttherapeut und stößt mir einen Nordic-Walking-Stick zwischen die Rippen. Man erklärt mir meine Pillen (ich nehme in der Früh sechs, abends fünf und nachts eine, keine davon schmeckt nach Mango). Wir sitzen im Stuhlkreis und erzählen uns, wer oder was uns aus dem Licht gewinkt (schwaches Verb!) hat und warum wir dann doch nicht rein sind, Moulder.

Man hört, ich habe Bock. Den habe ich. Ich geh nochmal ins Bad. Da wollte ich was. Irgend etwas.

 

 

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